Böllerschießen ist eine Tradition bei der an besonderen Festen und Ereignissen mit speziellen Böllergeräten und Schwarzpulver Krach erzeugt wird. Die Schützen nennt man Böllerschützen.

Das Böllerschießen findet an besonderen Festtagen statt, z. B. Hochzeiten, Kirchweihe, in den Rauhnächten, insbesondere an Heiligabend oder an Neujahr oder zu Sonnenwend. Dies geschieht, um böse Geister zu vertreiben und die anstehende Zeit mit guten Vorzeichen zu beginnen. Zum anderen wird auch bei Schützenfesten und bei Beerdigungen von Kriegsveteranen und langjährigen Vereinsmitgliedern in Schützen- und Veteranenvereinen geschossen, sowie Ehrensalut für hohe Gäste bei Veranstaltungen.


Die Böller sind in der Regel Vorderlader und werden mit Böllerpulver befüllt. Das Böllerpulver besteht aus Schwarzpulver grober Körnung und brennt mit einer Geschwindigkeit von ca. 400 m/s ab. Die Entzündungstemperatur liegt bei etwa 300 °C, die Verbrennungstemperatur bei etwa 2500 °C.


Während bei den Handböllern Kaliber von 10-25 mm üblich sind, sind es bei Standböllern und Böllerkanonen häufig enorme Kaliber von bis zu 100 mm. Die Pulvermenge pro Schuss beträgt bei solch einem Kaliber bis zu 400 g, im Gegensatz zu einem 15 mm Handböller, der lediglich 13 g Pulver benötigt. Das Böllerpulver wird im Böller mit Hilfe eines Korkens verdämmt, andere Verdämmungsmaterialien sind in Deutschland nicht mehr erlaubt. Die Verdämmung wird mithilfe von Hammer und Ladestock in das Rohr geschlagen. Gezündet wird die Ladung durch ein Zündhütchen, welches wiederum durch einen Schlagbolzen (meist bei Kanonen und Standböllern) oder durch ein Perkussionsschloss bei Handböllern  gezündet wird. Ebenfalls möglich ist die Verwendung eines elektrischen Brückenanzünders, was gerade bei großkalibrigen Standböllern zunehmend Verwendung findet.


Nach dem Abfeuern werden die Pulverreste entfernt.